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25.05.2012 |

Experte empfiehlt Deutschland Rückkehr zur D-Mark

DM-Aufwertung würde Ungleichgewichte abbauen

Der frühere Finanzminister Argentiniens, Guillermo Nielsen, empfiehlt Deutschland, aus dem Euro auszuscheiden und seine nationale Währung wieder einzuführen. Durch die Aufwertung der neuen D-Mark würden nach Ansicht des Experten Ungleichgewichte in Europa abgebaut und eine Lähmung Europas verhindert.

Nielsen weiß, wovon er spricht: Er war maßgeblich daran beteiligt, Argentinien nach dem Staatsbankrott im Jahr 2002 aus der Krise zu führen. Und er hat Recht: Für Deutschland als die mit Abstand leistungsfähigste Volkswirtschaft in Europa ist die Einheitswährung Euro schlicht zu schwach. Das hat wachsende Leistungsbilanzüberschüssen mit den Handelspartnern in der Währungsunion zur Folge, deren Auslandsverschuldung umgekehrt immer weiter steigt. Um dieses Problem zu lösen, ohne dass die Euro-Zone zu einer Transferunion verkommt, gibt es nur zwei Wege: Entweder scheiden die Krisenstaaten aus der EWU aus und führen ihre nationalen Währungen wieder ein, die dann abgewertet werden. Dadurch könnten diese Volkswirtschaften ihre Wettbewerbsposition auf den Weltmärkten nachhaltig verbessern, weil die Preise für ihre Produkte und Dienstleistungen sinken und damit für Käufer attraktiver werden. Oder Deutschland kehrt zur D-Mark zurück, was der vernünftigere Weg wäre, um keine größeren Verwerfungen in Europa zu riskieren.

Auf kurz oder lang dürfte sich diese Erkenntnis auch bei der Bundesregierung durchsetzen, zumal weitere Hilfszahlungen zugunsten der überschuldeten Staaten an der Euro-Peripherie Deutschlands Steuerzahlern kaum noch vermittelbar sind. Genau darauf spekulieren die Akteure an den Finanzmärkten. Deshalb steigt der Kurs für den sog. Bund Future, der den zukünftigen Preis für deutsche Staatsanleihen widerspiegelt, in immer neue Höhen, obwohl die Anleger angesichts der geringen Verzinsung, die zuletzt bei 0 Prozent lag, nach Inflation nur noch eine Negativrendite erwirtschaften. Man hofft auf eine Rückkehr Deutschlands zu seiner eigenen Währung, was Investoren hohe Gewinne aus der dann folgenden D-Mark-Aufwertung bescheren würde.